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Behandlung Arthritis bei Vorerkrankung Mammakarzinom und BRCA1 Mutation
Reihenfolge 

Verfasst am: 18.11.2023, 15:22
Dabei seit: 05.06.2019
Beiträge: 128

Guten Morgen,
vielleicht mal kurz vorab:
Bei allen Überlegungen welches Medikament für sie in dieser Situation am besten ist, sollte man eines nicht vergessen. Die Krankheitsaktivität ist ein sehr großer Risikofaktor für die Entwicklung eines Tumors. Man kann sich das auch sehr gut vorstellen. Wenn das Immunsystem verrückt spielt, dann ist es auch nicht in der Lage fehlgeleitete Zellen zu reparieren. Das ist nämlich auch eine Aufgabe des Immunsystems. In meinen Augen ist das wahrscheinlich eines der größten Risiken. Eine sehr gute Einstellung der Erkrankung ist also ganz wichtig und Ziel Nummer eins!
Bei den allermeisten Basistherapeutika handelt es sich gar nicht um Immunsuppressiva. Viele verwenden richtigerweise inzwischen den Begriff Immunregulatoren. Wir unterdrücken das Immunsystem eigentlich nur mit Cortison, alle anderen Medikamente, bis auf Cyclophosphamid, regulieren das Immunsystem nur, so dass es wieder "in seinen richtigen Bahnen läuft".
So ist es auch gut zu erklären, dass wir von etliche Medikamente, von denen wir anfangs befürchteten, dass sie einen Tumor auslösen könnten,inzwischen wissen dass das nicht der Fall ist. Dazu gehört auf alle Fälle MTX und Leflunomid, dazu gehören auch alle TNFi (hier gibt es z.B. auch sehr gute Daten zum Mamma-Ca, ohne Hinweis für ein erhöhtes Risiko!!Die Daten stammen aus den großen Registern und das ist leider noch nicht so im Beipackzettel abgebildet) und dazu gehört z.B. auch Rituximab (dazu entscheiden wir uns nicht mehr ganz so gerne wegen der Schwierigkeiten Impfantikörper zu entwickeln, wäre aber auch eine Möglichkeit). Für andere Medikamente, wie das Rinvoq oder andere JAKi ist die Datenlage nicht so klar (das hat Herr Prof. Krüger sehr schön in einer Antwort beschrieben). Es ist aber auch nicht sicher dass sie einen Tumor auslösen können.
Ein positives BRAC1 Testergebnis bedeutet, dass im Rahmen der Blutuntersuchung eine Mutation, eine Genveränderung in einem der beiden BRCA-Gene gefunden wurde. Das heißt, dass sich dadurch eine Störung in der Reparatur von Genmutationen ergibt, und dadurch kommt es zu einem erhöhten Krebsrisiko.
In dieser Situation würde ich auch den Medikamenten den Vorzug geben, die per se kein Risiko für eine Tumorerkrankung haben.
Im allerschlimmsten Fall, wenn keines dieser Basistherapien anspricht, würde ich trotzdem über einen Wiederbeginn mit Rinvoq zumindest mit ihnen nachdenken, abhängig von ihrer Krankheitsaktivität. Das bedürfte aber vieler Gespräche und einer gemeinsamen Entscheidungen.

Von Herzen alles Gute
Susanna Späthling


Verfasst am: 17.11.2023, 10:45
Dabei seit: 16.11.2023
Beiträge: 1

Sehr geehrtes Expertenteam,

ich stehe vor einem sehr komplexen und für mich unslösbaren Problem und hätte gern Ihre geschätzte Meinung dazu gehört.

Ich habe seit etwa 20 Jahren rheumatoide Arthritis und so gut wie alle Medikamentengruppen bisher durch. Zum Schluss hatte ich Rinvoq, was sehr gut wirkte, aber im Mai 2022 wurde bei mir ein Mammakarzinom festgestellt und deshalb die Behandlung der Arthritis unterbrochen bis zur Beendigung der Antikörpertherapie mit Trastuzumab.

Außerdem wurde auch festgestellt, dass ich BRCA1 Genträgerin bin und damit prädistiniert für diverse Krebsarten. Hiermit bin ich bei meinem Dilemma angekommen.
Viele der Rheumamedikamente haben im gelbe und teilweise rote Handzettel als Nebenwirkung maligne Tumore stehen und auch wenn es nicht drinsteht, die Medikamente wirken alle immunsuppressiv und ich habe Sorge, dass ich durch die Genmutation und die Arthritismedikamente die nächste Krebserkrankung forciere.

Gibt es zu diesem Thema Studien, wissen Sie vielleicht Rat bei der Auswahl nach einem unkritischen Medikament und was würden Sie an meiner Stelle tun?

Ich danke im Voraus für Ihre Unterstützung
Viele Grüße
Butterblume23




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