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Nebenwirkungen Xeljanz
Reihenfolge 

Verfasst am: 21.11.2023, 20:09
Dabei seit: 06.10.2010
Beiträge: 285

Liebe(r) S. Schmidt
Zu Ihrer ersten Frage meine individuelle Meinung: ich halte es für unwahrscheinlich, dass sie nach den Biosimilars von Enbrel (Erelzi, Benepali und Nepexto) mit dem Originalpräparat Enbrel mehr Erfolg haben werden. Es mag im Einzelfall relevante Unterschiede zwischen Original und Biosimilar der gleichen Substanz Etanercept geben, das betrifft aber meist Nebenwirkungsunterschiede und nicht die Wirkung, nur ist das nicht wahrscheinlich. Sinnvoller wäre es vermutlich, eine andere Substanz zu probieren. Es gibt von Etanercept nur die genannten Biosimilars, soweit ich weiß, persönlich habe ich Nepexto bisher nicht eingesetzt. Der Markt der Biosimilars ist mittlerweile so unübersichtlich, dass man sich schnell darin verirren kann. Ein Beispiel ist die Substanz Adalimumab, von der es mittlerweile fast 10 unterschiedliche Biosimilars gibt, die mit dem Original Humira in der Wirkung identisch sind, das wird in Studien überprüft, sonst wären sie nicht zugelassen. Man hätte viel zu tun, jedes Biosimilar auszuprobieren, das wäre fast schon absurd.

Das gering erhöhte Krebsrisiko besteht für Xeljanz auf dem Boden einer großen Studie, die bei älteren Personen 65+ mit kardiovaskulären Risikofaktoren durchgeführt wurde. Die Ergebnisse dieser Studie sind nicht ohne weiteres auf 40jährige ohne kardiovaskuläre Risikofaktoren zu übertragen! Denn als Beispiel: kardiovaskuläre Risiken wie Rauchen, Alter etc. selbst haben ebenfalls ein erhöhtes Krebsrisiko zur Folge. Der Wechsel zwischen einzelnen JAK-Inhibitoren ist durchaus sinnvoll, das sind Substanzen, die sich sehr wohl voneinander unterscheiden.

Viel Erfolg, S. Schewe


Verfasst am: 16.11.2023, 23:01
Dabei seit: 08.11.2023
Beiträge: 3

Vielen Dank für die Antwort.Ich bin in der Tat jetzt beruhigter .
Danke


Verfasst am: 16.11.2023, 18:24
Dabei seit: 23.03.2006
Beiträge: 230

Ein leicht erhöhtes Malignom-Risiko ist unter Xeljanz nur in einer einzigen Studie gefunden worden, in sämtlichen anderen Studien nicht - und in dieser einen Studie wiederum wurde es nur bei über 65jährigen Patienten gefunden, die hohe kardiale Risiken hatten (das war nämlich ein Einschlußkriterium dieser Studie). Ob es tatsächlich irgendein generell gering erhöhtes Risiko unter dieser Substanz gibt, werden wir noch nicht so bald wissen, für die Klärung brauchen wir eine große Menge von behandelten Patienten, die auch lange genug behandelt worden sind. Bei den TNFalpha-Hemmstoffen z.B. wußten wir erst nach zehn Jahren ganz sicher, daß ein solches Risiko nicht besteht. Dem steht gegenüber, daß die JAK-Inhibitoren, zu denen Xeljanz gehört, unter allen bisher verfügbaren Medikamenten die beste Wirkung haben. Mir persönlich wäre das wichtiger als eine seltene Nebenwirkung, von der wir noch gar nicht wissen ob sie überhaupt besteht. Sie sollten dazu auch wissen, daß die nicht ausreichend behandelte rheumatische Grunderkrankung ihrerseits das Krebsrisiko erhöht, bestmögliche Krankheitskontrolle ist also vorrangig. In Ihrem speziellen Fall kommt noch als Argument dazu, daß Sie schon einige Biologika hinter sich haben, die offenbar diese Krankheitskontrolle nicht bewirkt haben. In dieser speziellen Situation würde ich sogar einem über 65jährigen Patienten selbstverständlich Xeljanz (oder einen anderen JAK-Inhibitor) geben, gute Behandlung der Erkrankung hat Priorität! Beste Grüße Ihr Klaus Krüger


Verfasst am: 16.11.2023, 14:37
Dabei seit: 08.11.2023
Beiträge: 3

Hallo

Wie verhält sich die in den Nebenwirkungen von Xeljanz genannte Krebswahrscheinlichkeit von 1/100 bei einem 20 Jährigen ? Soweit ich recherchieren konnte wird empfohlen das Medikament bei über 65 Jährigen und entsprechend vorerkrankten Personen nur als letzte Möglichkeiten in Betracht zu ziehen. Wie ist dies aber bei einem 20 Jährigen zu handhaben ? Ist die Krebswahrscheinlichkeit hier ebenso bei 1/100 oder verhält sich dies anders ?

Ich wurde nun vor einigen Wochen auf Xeljanz umgestellt und nun bin ich stark verunsichert, vor allem weil zwar sämtliche Biosimilars bisher nicht angeschlagen haben aber Enbrel bisher noch nicht versucht wurde. Dies wird von meinem Arzt bisher verweigert weil er meint wenn die Biosimilars nicht wirken wird auch Enbrel nicht wirken. Als Kind (10 Jahre alt) hatte ich bereits Kinderrheuma und dies kam unter der Gabe von Enbrel vollständig zum erliegen und ist nun erst mit 19 wieder aufgetreten.




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