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PMR, Nebenniereninsuffizienz und Ernährung


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Verfasst am: 11. 07. 2018 [09:21]
Dabei seit: 06.10.2010
Beiträge: 97
Sehr geehrter Herr Neumann,
wenn die Nebennierenrindeninsuffizienz bei Ihnen dauerhaft vorhanden ist, müssen Sie mit einer besonderen Form von Kortison behandelt werden, da dieses Hormon lebensnotwendig ist. Ich vermute, dass das auch schon gemacht wird. Eine reine Ernährungstherapie ist für dieses Hormonmangelproblem nicht möglich. Unter der Therapie mit Kortison – die Spezialisten dafür sind die Endokrinologen, denn man muss die Einstellung auf Kortison überprüfen – können Sie jede zusätzliche Ernährungstherapie für Ihre Rheumaerkrankung versuchen, die sie umsetzen können. In meinen Augen existiert allerdings keine spezifische Rheumadiät, die in der Lage wäre, die rheumatoide Arthritis so zu unterdrücken, dass die Entzündung keinen Schaden anrichten kann, immer natürlich vorausgesetzt, die Diagnose der rheumatoiden Arthritis stimmt. Als begleitende Maßnahme ist eine gemischte Kost mit im wesentlichen vegetarischen Anteilen (Salate, Gemüse, Obst, Öle als Fettquelle, wenig Alkohol) und möglichst wenig Fleisch/Wurst in der Lage, die Entzündungshemmung durch die Basismedikamente zu unterstützen, sie kann sie jedoch nicht ersetzen.
Spezialisten gibt es für diese Ernährungsform einige, zumindest hier in München. Sie müssen allerdings verstehen, dass ich Namen von Kollegen oder Kliniken in einem derartigen Forum nicht nennen kann. Nur mit der Kortisontherapie in Schubsituationen müssen sie bei der Nebennierenerkrankung vorsichtig sein, ein vollständiges Absetzen ist nicht möglich.
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Suche nach Spezialisten und bei der Umsetzung ihrer offensichtlich erfolgreichen Ernährungsformen.
S. Schewe
Verfasst am: 05. 07. 2018 [15:35]
Themenersteller
Dabei seit: 29.05.2018
Beiträge: 1
Frage an die Experten:
Im Jahr 2013 wurde bei mir eine Polymyalgia Rheumatica festgestellt und seither mit Prednisolon behandelt. Im Laufe der Zeit stellten sich in den Fingergelenken Probleme ein, wie sie für eine Rheumatoide Artritis typisch sind. Zu allem Überfluss gesellte sich vor 2 Jahren eine wahrscheinlich medikamenteninduzierte Nebenniereninsuffizienz dazu. Insgesamt eine Mischung an Erkrankungen, die mit all ihren Begleiterscheinungen einem das tägliche Leben doch sehr erschwert.

Durch Zufall bin ich während eines stationären Hungertests darauf gestoßen, dass ich über die Ernährung Einfluss nehmen kann auf die Symptome der Rheumatoiden Erkrankung. Für mich stellt sich dabei folgendes Problem: Ich kann zwar in zahlreichen Fachartikeln nachlesen, welchen Einfluss die Ernährung auf Rheumatoide Erkrankungen hat, aber es ist mir bisher nicht gelungen, eine Klinik oder niedergelassene Mediziner zu finden, die mich sowohl mit der vorhandenen Nebenniereninsuffizienz als auch der Rheumatoiden Erkrankung unter dem Aspekt der rheumagerechten Ernährung fachgerecht beraten und bahandeln kann. Bei meinem letzten Aufenthalt in einer Rheumaklinik wurde mir zum ersten Mittagessen eine Schweinshaxe vorgesetzt, die ich natürlich nicht gegessen habe!! Ich verstand das eher als "Kundenbindungsmaßnahme" - aber auch bei der Diagnose wie auch bei der Behandlung spielte Ernährung absolut keine Rolle. Es würde mich daher sehr freuen, wenn ich über dieses Forum eine entsprechende Anlaufstelle (Klinik oder niedergelassenen Mediziner) in Bayern ( Nürnberg - Regensburg - München) finden könnte, die meine Erkrankungen unter dem Aspekt der rheumagerechten Ernährung behandeln können.

Ich bin etwas überrascht, wie wenig Resonanz das Expertenforum hier findet. Die Ursache könnte darin liegen, dass den meisten Rheumapatienten nicht wirklich klar ist, wieviel man über die Ernährung bewirken kann. Ich kann nur jedem empfehlen, einmal auszuprobieren, wie man durch die Umstellung der Ernährung positiven Einfluss auf rheumatoide Erkrankungen nehmen kann. Es ist mühseliger und aufwendiger, als einfach nur Medikamente zu schlucken, aber ich habe diesen Schritt nicht bereut und dadurch ein Stück Lebensqualität zurück bekommen.

Vielleich hat der eine oder andere Betroffene auch einen Tipp für mich, wo man Mediziner findet, die mit der komplexen Thematik umgehen können.
Beste Grüße in die Runde und ich hoffe auf ein positives feedback der Experten.

G. Neumann

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 05.07.2018 um 15:41.]



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