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Starke Arthrose mit 34, alles ausprobiert
Reihenfolge 

Verfasst am: 26.04.2012, 17:58
Dabei seit: 12.10.2007
Beiträge: 2

Hallo!

Ich bin 34 und habe seit einigen Jahren eine starke Arthrose.

Es fing an mit einem retropatellaren Knorpelschaden IV. Grades (2x2 cm) vor 4 Jahren. Eine mACT blieb erfolglos.

Komplikationen (Verwachsungen, Knochenmarksödem), zwei weitere OP's (u.a. 2. laterales Release, diesmal offen).

Beschwerdenzunahme, wieder OP. Bei der Arthroskopie wurde festgestellt, dass auch die Trochlea geschädigt ist (Knorpelschaden IV. Grades auf einer Fläche von 4x2 cm und isoliert davon 1x1 cm. In nur 6 Monaten entstanden, da bei OP davor noch keine Anzeichen).
Mikrofrakturierung in dem kleinen Areal, Knorpelentnahme, ACT.

Retropatellar bei dieser OP kein freiliegender Knochen, aber nur minderwertiges Ersatzgewebe, welches obendrein verschiebbar war.

Anhaltende Beschwerden...

9 Monate später erneute Arthroskopie (März 2007):
Retropatellar mittlerweile Rissbildung im Ersatzgewebe.
In der Trochlea: ACT minimal geglückt, d.h. ein kleiner Bereich des transplantierten Areals war tatsächlich von Knorpel bedeckt. Der größte Teil nicht, zudem Ausbreitung des Schadens in zuvor noch intakte Areale.
Nekrotischer Knochen und deutliche Knochenerweichung.
Erneute Mikrofrakturierung in der Trochlea.
Außerdem weitere Verschlechterung: Tibia lateral I.-II.gradig geschädigt, medial II.gradiger Knorpelschaden. Bei der OP 9 Monate zuvor war dort noch alles okay.

Weiterer Befund während der OP:
Deutliche Knorpelerweichung in allen Kompartimenten.
Ursache völlig unklar (gilt für die Knorpelschäden insgesamt).
Probe in die Pathologie geschickt, ohne Befund.

Seitdem anhaltende und zunehmende Beschwerden.

Im neuesten MRT (September 2007):
- Retropatellarer Schaden III. Grades
- Trochlea Schaden IV. Grades
- Tibiaknorpel dorsomedial nicht mehr nachweisbar

Zudem eine Fehlstellung:
Auffälliger Vorschub des lateralen Femurcondylus mit überproportionaler Belastung das Außenmeniskusvorderhorns. Gleichzeitig Fehlstellung des medialen Femurcondylus mit überproportionaler Belastung des Innenmeniskus-Hinterhorns.
Beide Menisken zeigen dgenerative Veränderungen in diesen Bereichen.

Außerdem ausgeprägte Synovitis (mehrfache Synovektomie bereits erfolgt).
Degenerative Veränderungen des Hoffa.
Patella-Spitzen-Syndrom.
Geröllzysten retropatellar.

Schmerzbelastung:
Kein Schritt ohne Schmerz.
Nachts mehrfaches Erwachen, wenn Bein mit Gewichtsbelastung durch Bettdecke gestreckt wird.
Treppensteigen nur mühsam möglich.
Schmerzen nach längerem Sitzen.
Z.T. Blockaden, wenn Knie nach längerer gebeugter Haltung gestreckt werden soll.

Kein Radfahren möglich (in der Physiotherapie nur bei 50 W Widerstand halbwegs schmerzarm).
Kein Schwimmen möglich (Brust geht, aber Kraulbeinschlag bspw. beim Rückenschwimmen gibt extrem schmerzhaften Stich retropatellar beim Strecken des Beines gegen den Wasserwiderstand).
Kein Gerätetraining möglich (Abbruch durch Physiotherapeuten aufgr. heftigsten Knackens und Springens der Patella, verbunden mit starken Schmerzen).

Training trotz Schmerzen bzw. unter Medikamenteneinfluss einigermaßen möglich - aber dann für Tage starke Schwellung und Erwärmung des Gelenkes, trotz Eisluft-Kühlung nach dem Training.
Eingenommene Medikamente dazu: Ibuprofen, Diclofenac, Prexige.

Bei allen Medikamenten längerfristig erhebliche Nebenwirkungen (Magen) - trotz Magenschutz.

Valoron N aufgr. starker Übelkeit trotz Antiemetikum nach wenigen Tagen abgesetzt. Sah Quälerei ehrlich gesagt auch nicht so ganz ein, da die Schmerzen ja rein belastungsabhängig sind (und ich dann lieber da zurückfahre).

Beruflich drohen langfristig erhebliche Probleme. Habe soeben etwas laufintensivere Stelle (Job in Psychiatrie) gekündigt wg. besseren Jobangebots (und reiner Sitzjob).
Muss im Rahmen einer Weiterbildung aber in ca. einem Jahr auch laufintensivere Tätigkeit absolvieren (Klinik).

Ich bin mittlerweile völlig ratlos. Mit den Einschränkungen habe ich mich mittlerweile abgefunden, auch die Schmerzen kann ich meistens wegstecken.

Was mich belastet, ist die fortschreitendende Degeneration, für die niemand eine Lösung findet.
Dass die Schäden sich verselbständigen und Folgeschäden anch sich ziehen.
Dass ich weiß, dass ich in spätestens einem Jahr mit dem Knie beruflich scheitern werde (wenn es sich bis dahin nicht eh alleine zerlegt hat).

Habe kein Übergewicht, nie Leistungssport oder belastenden Sport betrieben.

Ziehe ernsthaft eine TEP in Erwägung, stoße da angesichts meines Alters aber bislang nur auf Ablehnung.

Was bleibt mir sonst? Gibt es noch Optionen?

Beitrag ist leider sehr lang geworden... Aber: Bin für jeglichen Input dankbar!

Gruß,
Sonja


~ Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft hat schon verloren. ~


Verfasst am: 26.04.2012, 17:58
Dabei seit: 04.10.2004
Beiträge: 6

Wenn die Erkrankung wie Sie schreiben schon chronisch ist und bereits Beeinträchtigungen der beruflichen Leistungsfähigkeit vorliegen, wäre die Durchführung einer orthopädischen Rehabilitationsmaßnahme sinnvoll. Da werden dann auch Therapieempehlungen für das weitere Vorgehen gegeben.

MfG
M.Quarz




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