• Rheuma-Liga Bundesverband
  • Kontakt
  • A A STRG + STRG -

    Sie können die Seite mithilfe Ihres Browsers größer oder kleiner anzeigen lassen. Verwenden Sie dafür bitte STRG + und STRG - .
    Mit STRG 0 gelangen Sie wieder zur Ausgangsgröße.

menu

Studiengebühren und Rheuma
Reihenfolge 

Verfasst am: 26.04.2012, 17:58
Dabei seit: 31.07.2004
Beiträge: 5

Hallo Ihr Lieben!
Ich studiere in Bochum und bin von den Studigebühren befreit. Über die einzelnen Regelungen an anderen Unis kann ich natürlich nicht viel sagen, aber ich berichte einfach mal, wie's bei mir war, vielleicht ist was hilfreiches dabei.

Ausgangssituation
Ich musste ein vorangegangenes Studium abbrechen und auf Grund des Rheumas das Fach wechseln.
Kriege kein Bafög (weil das Bafög Amt den Wechsel nicht als notwendig erachtet hat... die Uni schon, hab den neuen Studienplatz nämlich über nen Härtefall, aber egal)
GdB von 40% (also "noch nicht mal" ernsthaft schwerbehindert, und ich gehöre auch eher zu denen, denen man es nicht anmerkt)
Ich kann momentan ganz normal studieren und gehe 10 Std nebenher arbeiten.

Regelung bei uns:
Man braucht eine chronische Erkrankung oder Behinderung, die dazu führt, dass man max. 50% der normalerweise zu erbringenden KP erbringen kann oder muss nachweisen, dass man 50% der Zeit erkrankt und abwesend war oder aber die gesamte Prüfungsphase abwesend war. Also so, dass die Krankheit zu einer erheblichen Verlängerung des Studiums führt.
Des weiteren kann man auch quasi an Eides statt versichern, dass einen die Gebühren in den finanziellen Ruin treiben und zum Abbruch des Studiums führen.

Meine Aktion:
Ich habe mir ein ärztl Attest besorgt, wo drinsteht, dass ich Rheuma hab und dass das chronisch ist. Dass ich mit einem Vollzeitstudium ausgelastet bin und nicht mehr als jetzt nebenher arbeiten kann steht auch drin.
Dann habe ich den Bescheid vom Versorgungsamt dabei gelegt und in etwa folgendes geschrieben: Ich kann mein jetziges Studium ordnungsgemäß absolvieren. Dazu musste ich aber das Fach wechseln und nach div. Semestern komplett neu anfangen. Dadurch hat meine Erkrankung erhebliche Studienzeitverlängernde Auswirkungen. Des weiteren bin ich körperlich nicht in der Lage neben einem Studium meinen Lebensunterhalt zu bestreiten, geschweige denn die Gebühren zu bezahlen. Dies würde zu einer weiteren erheblichen Verlängerung oder gar zu Abbruch des Studiums führen.

So, das ist inhaltlich das, was ich der Uni mitgeteilt hatte. Und es hat funktioniert. Und das obwohl es keine der o.g. "Regeln" befolgt.

@brigh: Bzgl Bafög und Kredite bin ich in der gleichen Situation wie Du (bin auch über 25) ausserdem kann ich mich jetzt nicht verschulden, weil ich nach Abschluss des Studiums noch eine recht teure Ausbildung machen muss um an meinen Beruf zu kommen. Vielleicht kannst Du es auch damit versuchen, dass Du Deinen vorigen Beruf aufgeben musstest und nun eine neue Ausbildung beginnen musst. Das hat ja schliesslich die oft geforderten "erheblichen Verlängerungen". Und ich denke, auch der Hinweis auf kein Bafög und keine Kredite könnte helfen (war bei mir so, hatte ich alles genannt).

Des weiteren empfehle ich immer wieder gerne einen Antrag auf Wohngeld (geht allerdings nciht, wenn man viel erspartes hat). Die wimmeln einen zwar immer gerne ab, weil es heisst, dass man als Studi nix kriegt. Stimmt aber nicht. Ich krieg was. Man muss halt nachweisen, dass man wirklich keine Möglichkeit auf irgendeine andere Förderung (Bafög, Kredite) hat und dass die Eltern nicht unterhaltspflichtig sind.

nochmal @brigh: Und noch was zur Krankenversicherung der Studenten. Die läuft ja eigentlich auch ab dem 14. Semester oder mit 30 Jahren (glaub ich) aus. Liess sich mit Hinweis auf eine Situation wie bei mir aber verlängern. Hast Du da schon mal nachgefragt? Ich bin mir nicht sicher, ob Du da nachträglich mit über 30 noch reinkommst, aber ist auch einen Versuch wert.

Ich hoffe, ich konnte weiterhelfen.
Und brigh, ich drücke Dir sämtliche Daumen, dass Du eine Lösung findest. Brich nicht Dein Studium ab!!! Ich stand auch letztes Jahr aus finanziellen Gründen kurz davor und dann hat sich das Amt doch bewegt und ausserdem hab ich noch ne HiWi Stelle gekriegt und da auch wieder ein bisl was verdient.

Liebe Grüße
Katja


Verfasst am: 26.04.2012, 17:58
Dabei seit: 30.07.2006
Beiträge: 4

Hat irgendjemand eine Ahnung, ob es bei den neu eingeführten Sudiengebühren generell eine Möglichkeit auf Befreiung gibt, wenn man eine rheumatische Erkrankung hat und einen Schwerbehindertenausweiss besitzt?Wo kann man sich genau informieren?


Verfasst am: 26.04.2012, 17:58
Dabei seit: 25.05.2005
Beiträge: 19

Hallo,
versuch´es doch mal beim Studentenwerk, Referat für behinderte und chronisch kranke Studierende. Die müssten das doch eigentlich wissen oder?
<!-- w --><a class="postlink" href="http://www.studentenwerke.de">www.studentenwerke.de</a><!-- w -->
Studentenwerk Berlin: 030 - 29772764
Falls Du eine brauchbare Info erhälst, melde Dich doch nochmal.
Gruß
Katrin


Verfasst am: 26.04.2012, 17:58
Dabei seit: 30.07.2006
Beiträge: 4

Hi Katrin!

Also ich habe mich jetzt bei meiner Hochschule erkundigt, weil dass von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt ist. Die Antwort die ich bekommen habe, ist recht frustrierend <!-- s --><img src="{SMILIES_PATH}/icon_sad.gif" alt="" title="Sad" /><!-- s -->
Von Studiengebühren können sich nur Eltern von kleinen Kindern und Menschen die einen Angehörigen pflegen befreien. Nur zwei Möglichkeiten!!! Da sieht man mal wieder wie unausgereift und wenig durchdacht das Ganze ist...Deshalb werde ich mich nochmal bei einem Rechtsanwalt Rat holen. Obwohl ich glaube, dass es auch nicht viel bringen wird.
Aber: je mehr sich darüber beschweren, desto mehr ist die Chance gegeben, dass sich überhaupt etwas ändert, hoffe ich jedenfalls ganz stark!!!

Lieben Gruss von Calyx und Danke für Deine Nachricht!


Verfasst am: 26.04.2012, 17:58
Dabei seit: 01.11.2007
Beiträge: 3

Hallo zusammen,

ich bin im dritten Semester und muß seit dem zweiten Semester Studiengebühren von 594 Euro pro Semester aufbringen. Da ich auf Grund eines Wirbelsäulenleidens meinen vorherigen Beruf als Arzthelferin aufgeben mußte, versuche ich mir jetzt eine neue Existenz aufzubauen. Da ich kein Bafög oder sonstige Fördermittel erhalte, lebe ich von meinem Ersparnissen und meine Eltern schießen ein wenig zu. So geht es gerade um die Runden. Ich frage mich, was ich machen werde, wenn mein Erspartes zu Ende ist?
Studienkredite sind letztendlich keine Lösung, da man durch diese bis über das 60. Lebensjahr verschuldet bleibt, wenn man nicht vorab größere Summen tilgen kann.
Die günstigen Studentenkredite, sind mit einer Altersobergrenze von 25 Jahren versehen, an diese komme ich leider mit 32 Jahren nicht mehr ran.

Mittlerweile habe ich 40% vom Versorgungsamt zugesprochen bekommen, jetzt da Rheuma (V. a. Kollagenose) zu meinen anderen Erkrankungen dazu gekommen ist, habe ich auf einen Schwerbehindertenausweis eingegeben.

Wer ist in einer ähnlichen Situation? Ich freue mich über jeden Tipp, der mir ein wenig weiter hilft. Hoffentlich schaffe ich das Studium und mein Rheuma macht mir keinen Strich durch die Rechnung. <!-- s:? --><img src="{SMILIES_PATH}/icon_confused.gif" alt=":?" title="Confused" /><!-- s:? --> Gedankenaustausch und gegenseitige Aufmunterung und ein wenig Spaß, würde mir viel Freude bereiten.

Alles Gute!

brigh


Es gibt nichts, was es nicht gibt.




Portalinfo:
Das Forum hat 11.537 registrierte Benutzer und 4.259 Themen.

Als größte deutsche Selbsthilfe­organisation im Gesundheitsbereich informiert und berät die Deutsche Rheuma-Liga Betroffene unabhängig und frei von kommerziellen Interessen. Sie bietet praktische Hilfen und unterstützt Forschungsprojekte zu rheumatischen Erkrankungen. Der Verband mit rund 300.000 Mitgliedern tritt für die Interessen rheumakranker Menschen in der Gesundheits- und Sozialpolitik ein.

Kennen Sie schon die Facebook-Seite der Deutschen Rheuma-Liga? 

Videos rund um Rheuma - Besuchen Sie unseren YouTube-Kanal!