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Wann medikamentöse Therapie ?
Reihenfolge 

Verfasst am: 05.07.2019, 16:31
Dabei seit: 03.06.2019
Beiträge: 10

Hallo,

ich habe auch eine Frage zur medikamentösen Therapie bei Verdacht auf eine rheumatische Erkrankung (Verdachtsdiagnose Lupus bzw. Kollagenose).
Ich habe einige Symptome, die durch eine Autoimmunerkrankung ausgelöst sein könnten. Die vom Rheumatologen untersuchten Blutwerte waren aber alle negativ. Ein paar Wochen zuvor war ein ANA-Wert leicht auffällig.
Der Rheumatologe meinte, er würde mir ein Medikament empfehlen, obwohl er jetzt noch keine Diagnose stellen kann, es sich aber vermutlich um eine rheumatische Erkrankung handelt. Er hatte MTX vorgeschlagen. Das hat mich etwas verunsichert, da ich dachte, dass MTX schon ein relativ starkes Medikament ist.
Wäre es sinnvoll, ohne genaue Diagnose MTX einzunehmen? Oder wäre es besser zuerst ein Antimalaria-Medikament, wie z.B. Quensyl oder etwas ähnliches auszuprobieren?
Danke im Voraus.

Viele Grüße
Loschka


Verfasst am: 11.06.2019, 14:50
Dabei seit: 05.06.2019
Beiträge: 5

Hallo,

da bleibt nur eins übrig, nämlich weiter suchen.....und zwar so lange bis eine definitive Diagnose gestellt werden kann oder eine entzündliche Rheumaerkrankung definitiv ausgeschlossen werden kann. Oftmals findet sich in der Rheumatologie der sog. "Rote Faden" erst nach einiger Zeit. Das ist nicht ungewöhnlich.
Unsere Arbeit als Rheumatologen ähnelt dann der eines Kriminalisten: Wir versuchen aus den verschiedenen Puzzle-Steinen (Anamnese, also eingehende Befragung des Patienten, gründliche körperliche Untersuchung, Beurteilung von Blutwerten, Ultraschalluntersuchungen und Röntgenbildern z.B.) ein Bild zusammenzusetzen, das Sinn macht. Das können wir in diesem chat leider nicht machen, weil wir dazu zu wenig von ihnen wissen. aber ich möchte sie auf alle Fälle bestärken nicht die Flinte ins Korn zu werfen sondern sich ggf auch noch eine weitere Meinung einzuholen.

Herzlichen gruß
S.Späthling-Mestekemper


Verfasst am: 10.06.2019, 10:55
Dabei seit: 21.01.2019
Beiträge: 5

Hallo,

danke für Ihre Antwort.

Bei mir ist es ja eben so, dass keine Therapie vorgeschlagen wurde, weil sich klinisch nichts nachweisen lässt, symptomatisch es aber eine Kollagenose (Verdacht ärztlicherseits, nicht mein Verdacht ) sein könnte. Oder Weichteilrheuma, was aber vom nächsten Arzt wieder negiert wurde. Abgesehen, davon, dass es eine klassische Situation zur Diagnosefindung wie bei vielen ist, findet eben keine Behandlung statt. Ein Psychiater hat übrigens auch nichts gefunden.

Was machen Sie mit diesen Patienten ?

Vielen Dank.


Verfasst am: 08.06.2019, 21:29
Dabei seit: 06.10.2010
Beiträge: 102

Liebe(r) Mayarmoto,
die Beantwortung Ihrer Fragen hängt natürlich vor allem davon ab, welche Therapie geplant ist. Nehmen wir als Beispiel eine in der Rheumatologie ja sehr häufige Therapie mit Methotrexat, die eine ganze Reihe auch schwerwiegender Nebenwirkungen haben kann. Es ist deshalb sehr wichtig zu wissen, wie die Niere, die Leber, das Knochenmark funktioniert, da in diesen Bereichen Nebenwirkungen möglich sind, sollte es da schon im Labor nachweisbare Veränderungen geben, wird man diese Therapie eher mit Vorsicht einsetzen.
Selbstverständlich spielen auch Beschwerden oder bekannte Symptome eine Rolle bei der Entscheidung. Zum Beispiel wenn schon Magenprobleme bestehen und man ein Schmerzmittel wie Ibuprofen einnehmen soll. Deshalb ist ja das Gespräch mit dem Patienten so wichtig, nur wenn man möglichst viele Fakten kennt, kann man gemeinsam entscheiden, welche Therapie angebracht ist, letztlich entscheidet immer der Patient. Jede Therapieentscheidung ist eine Einzelfallentscheidung, die gemeinsam von Patient und Arzt getroffen werden muss unter Berücksichtigung der Vor- und möglichen Nachteile der geplanten Therapie. Keine Therapie ist meist keine gute Option bei entzündlichen Rheumaerkrankungen, die ja ohne Therapie durchaus Schaden nicht nur an den Gelenken verursachen können. Lassen Sie sich also eine Therapie durch Ihren Arzt vorschlagen und entscheiden dann mit ihm zusammen, ob diese Therapie für Sie akzeptabel ist. Um die Risiken möglichst gering zu halten, sind in der Regel vor der Therapie und im Therapieverlauf Kontrollen notwendig, nicht nur der Laborwerte.
Alles Gute, S. Schewe


Verfasst am: 08.06.2019, 19:21
Dabei seit: 21.01.2019
Beiträge: 5

Guten Abend,
ich habe eine grundsätzliche Frage. Müssen eigentlich immer Blutwerte mit entsprechenden Ergebnisse vorliegen, bevor eine medikamentöse Therapie begonnen wird? Gelten andere Anhaltspunkte nicht ? Ich habe z.B. Symptome, die sich klinisch jedoch nicht erhärten liessen ? Zur Zeit findet deswegen keinerlei Therapie statt. Wie handhaben Sie das ? Einzelfallentscheidung ? Was kann ich tun, um aus diesem Dilemma zu entkommen ?

Ich hoffe meine Fragen sind an dieser Stelle in Ordnung.

Vielen Dank.




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