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Ernährung
Reihenfolge 

Verfasst am: 06.02.2015, 17:08
Dabei seit: 03.02.2015
Beiträge: 74

Ein Hallo in die Runde

Ich bin seit vielen Jahren an Sklerodermie erkrank. Die Sklerodermie ist eine seltene Erkrankung und gehört zu den Kollagenosen.
Eines meiner Probleme ist auch, dass der Nahrung die ich zu mir nehme nicht so durch den
Verdauungskanal rutscht wie es eigentlich sein sollte. Sämtliche Muskeln die dafür zuständig sind schaffen es nicht so einfach. Auch aus diesem Grund hab ich meine Ernährung umgestellt.
Es ist eine Vollwerternährung mit vielen Ballaststoffen.
Auf Grund meiner Erfahrungen schrieb ich einen Erfahrungsbericht für die Selbsthilfe.

Im Gesundheitsforum

http://gesundheitsforum-mainz-wiesbaden.de/forum/

nach o. Bruker wird immer eine tiereiweiss freie Ernährung empfohlen, wovon ich nicht so überzeugt bin.
Im Forum dort kann man Informationen über eine gesunde Ernährung, auch wie man es umsetzen kann, bekommen.

Ich reduziere mehr tierische Fette (fettarme Milch, kein Schweinefleisch, keine Wurst, kein Palmfett)
Eine gesunde Ernährung ist die halbe Medizin.

Schaut doch einfach mal

Der Igel


Verfasst am: 09.12.2014, 11:06
Dabei seit: 17.10.2012
Beiträge: 35

Hallo Hr. Dr. Wölfel
Vielen Dank für Ihre Antwort! Ich war vor Kurzem bei Ihnen in der Klinik und jetzt ist mir auch klar, warum es mir während dem Fasten so plötzlich besser ging. Ich kann den Zustand bis jetzt halten und versuche das, was ich bei Ihnen gelernt habe im Alltag weiter beizubehalten/ zu integrieren. Je mehr ich davon verstehe, desto leichter fällt es mir natürlich. Als medizinischer Laie ist es natürlich nicht immer so einfach, die Zusammenhänge zu verstehen. Mir ist schon bewusst, dass ich meine Rheumamedikamente weiterhin brauche, und natürlich auch nicht gesund bin, aber "nur" mit den Medi´s ging es mir nie so gut wie jetzt.Nach vier Jahren ist das ein wunderbares Gefühl das ich mir möglichst erhalten möchte.
Vielen Dank und Ihre Klinik empfehle ich bereits gerne weiter!
Otti


Verfasst am: 05.12.2014, 10:16
Dabei seit: 09.10.2014
Beiträge: 10

Hallo Otti,

nachträglich noch eine Stellungnahme direkt aus dem Krankenhaus für Naturheilweisen zum Thema Ernährung und Rheuma. Wir empfehlen tatsächlich eine Einschränkung im Verzehr tierischer Fette. Es geht uns aber nicht so sehr um die Omega-6-Fettsäuren, sondern um die Arachidonsäure. Aus der bildet nämlich der Körper die Botenstoffe, die den Entzündungsprozess stimulieren. Diese Fettsäure kommt nur in tierischen Fetten vor und wird zu über 90% mit der Nahrung zugeführt. Beim therapeutischen Fasten z. B. sinkt der Arachidonsäurespiegel schon nach 2 Tagen auf ein Drittel des Ausgangswertes. Und damit korreliert für den Klinikarzt die immer wieder beobachtbare Verminderung der Schmerzen beim Patienten und die Besserung der Laborwerte. Der von Herrn Kollegen Hein zitierte Professor Adam verweist auf 21 Studien, die diesen Effekt belegen. Beginnt man nach dem Fasten mit einer arachidonsäurearmen Dauerernährung, lässt sich die Wirkung auch langfristig aufrechterhalten. Deshalb empfehlen wir den Verzehr fettarmer Milchprodukte und nur 2 bis 3x pro Woche magere Fleischmahlzeiten - also eine Ernährung mit einer lakto-ovo-vegetabilen Grundtendenz. Nicht nur erlaubt, sondern sogar wünschenswert ist der Verzehr von fettem Seefisch. Die darin enthaltenen Omega-3-Fettsäuren wirken zusätzlich mild entzündungshemmend. Wir erleben aber immer wieder, dass Patienten hohe Erwartungen in die Einnahme von Fischölkapseln setzen und dann enttäuscht sind. Wirkungen kann man nur sehen, wenn man zu einer grundsätzlichen Veränderung der Ernährungsgewohnheiten bereit ist. Natürlich ist das therapeutische Fasten nicht für jeden geeignet. Es sollte auch immer unter ärztlicher Aufsicht und Anleitung erfolgen. Als Ersatz hierfür empfehlen wir z. B. eine zeitlich befristete rohkostbetonte Ernährung. In der Klinik bieten wir als kurzzeitige "intensiv-diätetische Maßnahme" auch Kartoffeltage an. Das therapeutische Grundprinzip ist immer der Verzicht auf die Arachidonsäure.
Also: Ernährungsumstellung ersetzt nicht den Rheumatologen und die Rheumatherapie. Sie kann in vielen Fällen aber eine gute Therapieergänzung sein. Und gerade bei chronisch kranken Patienten halten wir Eigeninitiative für sehr wichtig. "Es gibt nichts gutes, außer man tut es" sagt Erich Kästner.

Alles Gute!


Verfasst am: 01.12.2014, 11:13
Dabei seit: 05.04.2004
Beiträge: 24

Hallo Otti

als roter Faden und praktischer Ratgeber kann das Buch " Diät & Rat bei Rheuma und Osteoporose" gut dienen

Mit den besten Wünschen auch für die Adventszeit Ihnen und allen Usern im Forum !!!


Verfasst am: 01.12.2014, 10:56
Dabei seit: 17.10.2012
Beiträge: 35

Vielen Dank Herr Hein für Ihre Antwort!
Ich werde mich durch Ihre Empfehlungen lesen. Dass Ernährung einen Einfluss auf meine Erkrankung hat, habe ich schon festgestellt, aber der rote Faden fehlte mir. Eine reine Vermeidungsdiät ist ja nicht der Sinn.
Nochmals Danke
Otti


Verfasst am: 01.12.2014, 10:40
Dabei seit: 05.04.2004
Beiträge: 24

Guten Tag
es gibt aus der Vergangenheit viele Versuche Rheuma mit Ernährung und Diät zu behandeln.
In den letzten Jahren hat sich herauskristalisiert, daß eine Ernährung mit Reduktion tierischer Fette (Arachidonsäure) und entzündungshemmenden sekundären Pflanzeninhaltsstoffen und Vitaminen mit ausreichend Eiweiß und Calcium in der Lage ist, entzündliche Aktivität bei rheumatischen Erkrankung am besten zu beeinflussen.
Hierzu gibt es umfangreiche wissenschaftliche Daten, die Ergebnisse sind reproduzierbar und belegt.
In Deutschland beschäftigt sich seit vielen Jahren besonders Prof. O.Adam aus München mit dem Thema Ernährung und Rheuma. Seine Beurteilung deckt sich weitgehend mit der Einschätzung und den Empfehlungen des Arbeitskreises Ernährung der deutschen Gesellschaft für Rheumatologie.DGRh

Hier ein paar Literaturtips:
http://www.ernaehrungs-umschau.de/media/pdf/pdf_2010/09_10/EU09_2010_466_471.qxd.pdf
http://www.bdem.de/tagungen/tagung1/rheuma.pdf
Diät & Rat bei Rheuma und Osteoporose
Rezepte gegen Entzündung und Schmerz
Verlag: Hädecke, W; Auflage: 3., der Neuausgabe (28. Februar 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3775005773
ISBN-13: 978-3775005777
http://www.aerztezeitung.de/extras/extras_specials/ernaehrung-wp/article/530983/kommt-richtige-teller-laesst-schmerz-nach.html


Verfasst am: 27.11.2014, 10:51
Dabei seit: 17.10.2012
Beiträge: 35

Hallo
ich habe eine Frage zur Ernährung. In der Klinik für Naturheilweisen lehren sie, dass man tierisches Fett meiden soll wegen Omega 6,, magere Milchprodukte soll man jedoch essen wegen der Kalziumversorgung. Andere Ernährungsrichtlinien wie z.B. nach M.O.Brucker lehren, dass das tierische Eiweiß schlecht ist und Sahne und Butter gegessen werden können. Hat jemand, oder die Experten, dazu eine genauere Erklärung?
Danke
Otti




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