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biologicals bei psa und spa
Reihenfolge 

Verfasst am: 26.04.2012, 17:58
Dabei seit: 12.08.2006
Beiträge: 9

sehr geehrter hr, dr. lautenschläger, in der zwischenzeit ist viel passiert, hab seit voriger woche eine iridozyklitis, und eine neue entzündung im isg, meine psa-erkrankung betrifft überwiegend die wirbelsäule, aber nicht ausschließlich. beide knie sind betroffen, beide sprunggelenke und beide mittelfüße. aber seit vergangen montag kommt jetzt doch irgendwiie bewegung in die sache. muß nächste woche zur knochendichtemessung, und danach noch ins skelettszintigram, zum lungenfacharzt und zu meinem rheumatologischen internisten, und dann dürfte einer umstellung wahrscheinlich nichts mehr im wege stehen. hab nur noch eine frage, wie ist das mit der gabe der medikamente wenn dann eine op ansteht, müssen die abgesetzt werden wegen wundheilungsstörungen und wenn ja wie lange vorher und nachher vielen dank für ihre antwort mollyy


Angesichts von Hindernissen mag die kürzeste Linie zwischen zwei Punkten die krumme sein.

Bertolt Brecht


Verfasst am: 26.04.2012, 17:58
Dabei seit: 12.08.2006
Beiträge: 9

habe in der mobil dieses expertenforum gefunden. hab da mal eine frage zu biologicals bei psoriasis-arthritis mit überwiegender beteidigung der ws.habe inzwischen bereits das vierte basismedikament, und bin zur zeit wieder genau da, wo ich vor ca.jahren schoneinmal war. schmerzen beim liegen, sitzen, gehen und vorallem beim stehen. habe irgentwie das gefühl das das jetzige medikament nicht mehr greift. welche erfahrungen gibt es mit biologicalsbei psa, bezw bei spa, und welche bringen in der kombination der erkrankung die meisten erfolge.wie lange muss eine teraphie gehen bis eine umstellung auf biologicals von der kasse genehmigt wird, und wie lange dauert es bei einer umstellung bis man die ersten erfolge merkt..würde mich über eine antwort sehr freuen mollyy


Angesichts von Hindernissen mag die kürzeste Linie zwischen zwei Punkten die krumme sein.

Bertolt Brecht


Verfasst am: 26.04.2012, 17:58
Dabei seit: 15.08.2006
Beiträge: 478

Hallo Molly,
da ich selber auch PsA- Patientin bin und bereits seit 2 1/2 Jahren mit TNF-Alpha- Blockern behandelt werde möchte ich Dir kurz antworten, meinen ausführlichen Erfahrungsbericht werde ich in den nächsten Tagen ins Forum setzen.
TNF- Alpha-Blocker werden inzwischen erfolgreich auch bei unserer Erkrankung eingesetzt und sind auch dafür offiziell zugelassen, also solltest Du keine Probleme mit der Krankenkasse bekommen.
Voraussetzung zur Therapie sind 2 vorausgegangene Basistherapien, eine davon mit MTX.
Derzeit gibt es 3 Medikamente dieser Substanzklasse, die für unsere Erkrankung in Betracht kommen. Sie müssen gespritzt werden, das kannst Du selber machen, es wird wie Insulin unter die Haut gespritzt, ein Medikament ist nur als Infusion erhältlich, muss also vom Arzt verabreicht werden. Die Infektabwehr ist allgemein herabgesetzt, noch stärker als bei den anderen Basistherapien, das bedeutet, dass Infekte heftiger verlaufen und auch mit Antibiotika behandelt werden müssen, und Du solltest Dich in acht nehmen vor Ansteckung, soweit möglich.
Die Wirkung setzt sehr schnell ein, je nach Patient, Medikament und Krankheitsverlauf sogar bereits nach wenigen Tagen. Bei mir hat es 5 Tage gedauert, es war wie ein Wunder damals für mich. Inzwischen brauche ich allerdings noch eine konventionelle Basistherapie dazu, und auch Kortison in einer hohen Dosierung, da mein Krankheitsverlauf sehr aktiv ist. Ich habe sehr von diesem Medikament profitiert, wenn auch nicht alle meine Hoffnungen (auf nur ein einziges Medikament) erfüllt worden sind. Ich kann nur für mich selber urteilen, doch mir ist ein wenig mehr Lebensqualität viel wert, da nehme ich auch die Nebenwirkungen in Kauf, allerdings unter Berücksichtigung der ständigen Kontrollen, die leider nötig sind, und einiger "Vorsichtsmaßnahmen" vor Ansteckung.
Wichtig ist vielleicht noch, dass nicht überall diese Medikamente eingesetzt werden, Du müsstest Dich also vorher erkundigen, ob Dein Rheumatologe das anwendet, oder ob Du in ein Zentrum, z.B. eine Uniklinik gehen musst.
Viel Erfolg,
gamü


Verfasst am: 26.04.2012, 17:58
Dabei seit: 12.08.2006
Beiträge: 9

hallo gabmüller, danke für deine antwort, hab seit 14 jahren psa mit überwiegender beteidiung der wirbelsäule. hab bereits mehrere basismedies hinter mir, angefangen von azufuldine über mtx oral,gold, mtx als spritzen, arava, arava -mtx kombination,und arava in überhöhter dosis, zusätzlich corti 10mg und naproxen, und zur zeit greift garnichts von allem, außer ich gehe mit corti noch höher, oder es wird lokal gespritzt, dann aber nur für kurze zeit.bin 54 jahre , noch berufstätig, und da ich in einem krankenhaus arbeite ist das mit dem infektionsrisiko ein größes problem,außerdem stehen bei mir noch ca. drei op´s an, beide füße und das rechte knie, und evtl eine versteifung der ws. ich dachte ich könnte mit der therapie mit biologicals das ganze noch etwas raus schieben, ( und vieleicht sogar verhindern) aber bis jetzt nehme ich halt weiter arava in erhöhter dosis.naja, wird schon werden, obschon die schmerzen der ws zur zeit unerträglich sind. der witz an der sache ist nur der das der ortho. rheumadoc die umstellung der medies auf den internistischen rheumadoc schiebt und umgekehrt. werde wenn nicht bald was sinnvolles passiert den doc wechseln.nochmals herzlichen dank für deinen beitrag, melde mich vielleicht nochmal bei dir mollyy


Angesichts von Hindernissen mag die kürzeste Linie zwischen zwei Punkten die krumme sein.

Bertolt Brecht


Verfasst am: 26.04.2012, 17:58
Dabei seit: 15.08.2006
Beiträge: 478

Hallo Mollyy,
Deine "Rheuma- Karriere" hört sich ja "vielfältig" an. Für mich klingt das schon danach, als ob das einen Versuch mit TNF- Alpha-Blockern wert wäre, aber die Entscheidung liegt natürlich beim behandelnden Arzt.
Für diese Therapie zuständig ist eindeutig ein internistischer Rheumatologe.
Jedenfalls, bevor ich mich drei mal einer Gelenk- OP unterziehen würde, würde ich schon erst diese Therapieoption in Erwägung ziehen, operiert ist schnell, doch auch eine OP garantiert nicht immer den Erfolg. Auch bei mir hat eine Endoprothesen OP keinen Erfolg gebracht, nun muss ich mit einer andauernden Gelenkinstabilität leben, die vielleicht (??) durch den Einsatz von Biologicals hätte vermieden werden können, aber es war eben zu spät, als die Mittel zur Verfügung standen.
Hast Du die Möglichkeit, Dich auf eine Station versetzen zu lassen, wo es nicht unbedingt so viele Infektionsrisiken gibt? Natürlich kann man sich nicht ins "Glashaus" setzen, aber bekannten Risiken sollte man aus dem Weg gehen, zumindest weitestgehend.
Meld Dich gerne wieder,
gamü


Verfasst am: 26.04.2012, 17:58
Dabei seit: 02.12.2003
Beiträge: 5

Hallo Mollyy,

das sind eine ganze Menge Fragen auf einmal und ich werde versuchen sie einigermaßen vollständig abzuarbeiten. Die Erfahrungen mit Anti-TNF-Medikamenten (ATM) sind überwiegend positiv. Sie manchen viele Patienten therapierbar, denen vorher kaum geholfen werden konnte. Dies gilt auch für die Psoriasisarthropathie (PSA). Hier haben ATM nicht nur eine positive Wirkung auf Wirbelsäule und Gelenke sondern auch auf die Hautveränderungen.

Für die Anwendung der ATM gibt es Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh). Bei Ihnen liegt wohl, wie Sie sich selbst schildern, ein ausschließlicher Befall der Wirbelsäule (axialer Befall) vor. Damit gelten, wenn keine Gelenke an Armen und Beinen betroffen sind, die Empfehlungen wie bei einer Spondylitis ankylosans (SPA). Hierbei ist es lt. DGRh nicht notwendig, daß eine Basistherapie (z.B. Methotrexat) vorausgegangen ist. Es sollte im BASDAI, einem speziellen Rheumafragebogen, die Krankheitsaktivität anhaltend 4 oder mehr betragen. Die Entzündung sollte sich bei Laboruntersuchungen bestätigen und im der Magnetresonanztomographie (MRT) nachweisbar sein. Zusätzlich sollten 2 verschiedene nichtsteroidale Antirheumatika (z.B. Diclofenac, Ibuprofen, Piroxicam, Indometazin) in Maximaldosierung keine ausreichende Linderung bringen.

So weit die Theorie. In der Praxis werden die Bedingungen von der jeweiligen Kassenärztlichen Vereinigung (KV) festgelegt. Diese können von den Empfehlungen der DGRh abweichen. Es ist deshalb wichtig, seinen Rheumatologen am Heimatort zu fragen, der die lokalen Gegebenheiten am besten kennt. Da die ATM zugelassene Medikamente sind, braucht man die Kasse nicht zu fragen. Sie sollten von einem internistischen Rheumatologen angewendet werden, da diese sich am besten mit diesen Medikamenten auskennen, und wissen was man dabei beachten muß. Der Rheumatologe muß aber vor Beginn der Therapie exakt die KV-Bedingungen einhalten, denn diese Medikamente kosten eine Menge Geld. Tut er das nicht, kann er in einen sehr teueren Regreß genommen werden.

In der Regel wirken diese Medikamente sehr schnell, in einigen Fällen sogar über Nacht. Es kann aber auch einige Woche dauern, bis der Effekt erreicht ist. Wirkt eines der 3 zugelassenen Medikamente nach wenigen Monaten nicht, oder verliert es an Wirkung, kann auf ein anderes gewechselt werden. Es besteht durchaus die Möglichkeit, daß dieses dann wieder wirkt. Warum das eine ATM wirkt und das andere nicht, ist nicht vorhersagbar. Es kommt auf den Versuch an. Eine Kombination eines ATM mit einer anderen Basistherapie ist gem. DGRh bei der SPA bzw. PSA mit ausschließlich axialem Befall zunächst nicht notwendig, kann aber gelegentlich sinnvoll sein. Zuerst sollte man aber sehen, wie weit man mit einem ATM ohne zusätzliche Therapie kommt. Die Auswahl des ATM überlassen Sie am besten Ihrem Rheumatologen, der Sie am besten kennt.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. J. Lautenschläger

Klinik an der Weißenburg
Uhlstädt-Kirchhasel




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