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Rat bezgl. zusätzliche Therapie zu MTX bei rheumatoider Arthritis
Reihenfolge 

Verfasst am: 23.09.2021, 20:02
Dabei seit: 06.10.2010
Beiträge: 236

Liebe Katharina,
viele Fragen, die Sie da haben. Ich versuche, sie der Reihe nach zu beantworten:
1. Trotz Mtx und ohne Entzündungszeichen im Labor Fortschreiten der Erkrankung: Ja das ist durchaus möglich, deshalb muss ja der Verlauf regelmäßig und konsequent kontrolliert werden, dazu gehört vor allem die Untersuchung, ob noch geschwollene Gelenke vorliegen. Ziel jeder Therapie ist die Remission: keine geschwollenen Gelenke mehr, das sollte alle 3 Monate bestimmt werden, wenn das Ziel nicht erreicht ist, muss eine stärkere entzündungshemmende Therapie gemacht werden.
2. Die Angst vor einem Biologikum ist unbegründet, in Ihrer Situation mit schon beginnender entzündlicher Zerstörung in den Gelenken, gibt es keine andere Alternative: das Biologikum oder ein JAK-Inhibitor muss in Kombination mit Mtx (möglicherweise dann in niedrigerer Dosierung) begonnen werden, je früher Sie anfangen umso sicherer kann die weitere Progression verhindert werden.
3. Für die Grippe Impfung, die unbedingt zu empfehlen ist, muss beachtet werden, dass die Wirksamkeit vor allem durch das Mtx reduziert wird, deshalb nach der Impfung Mtx eine oder zwei Wochen pausieren, das Biologikum aber weiterführen.
4. Bewegung und sportliche Aktivität ist entzündungshemmend! Natürlich müssen Sie das individuelle richtige Maß der Bewegung finden, übertreiben sollte man das nicht, besonders wenn betroffene Gelenke besonders belastet werden. Aber nicht aufhören sich zu bewegen aus Angst vor Schaden an den Gelenken!

Ich verstehe Ihre Sorgen, aber sie sind nicht begründet, denn eine Verstärkung der antientzündlichen Therapie ist in Ihrem Fall erforderlich und wird Ihnen helfen, ein Stopp der Therapie würde dazu führen, dass weitere Gelenke oder die schon betroffenen Gelenke stärkeren Schaden nehmen! Eine intensive Kontrolle des Verlaufs Ihrer Erkrankung ist aber darunter unbedingt erforderlich.
Alles Gute, Stefan Schewe


Verfasst am: 23.09.2021, 15:42
Dabei seit: 23.09.2021
Beiträge: 1

Sehr geehrte Professoren,
hallo zusammen,

Ich habe, neben schon bestehendem Hashimoto, seit einer Schwangerschaft 2016 rheumatoid Arthritis. Ca seitdem erhalte ich MTX als Basistherapie. Leider ist mein Handgelenk seit knapp einem Jahr aber so schlecht beweglich und schmerzhaft geworden, dass ich nun eine zusätzliche Therapie mit einem Biologica als TNF Blocker (Hyromoz) nahegelegt bekommen habe. Der MRT Befund spricht von “fortgeschrittenen erosiven Veränderungen und Stressreaktion in den Handwurzelknochen mit Kapselerguss/Ödem”.

Dazu habe ich folgende Fragen:
- warum ist der Knochen so angegriffen trotz MTX und keinen nachweisbaren Entzündungswerten im Blut? Bringt dann MTX überhaupt etwas und wie soll das weitergehen?
- ich fühle mich nicht besonders wohl damit, mir alle 2 Wochen zusätzlich noch etwas zu spritzen, habe aber auch Bedenken, je langer ich warte, desto kaputter wird die rechte Hand. Gibt es keine Alternative, ggf auch hormonell, da ich die hormonellen Schwankungen im weiblichen Zyklus auch in der Ausprägung der Schmerzen bemerke und wie lange habe ich Zeit diese zu testen, bevor der Knochen vollends hinüber ist?
- es steht noch eine Grippeimpfung Mitte Oktober aus sowie ggf Anfang nächsten Jahres eine dritte Impfung Corona. Warte ich das alles ab, bevor ich diese Therapie beginne? Oder muss man unter Hyrimoz Therapiepause machen, wenn man sich impfen lassen will?
- welche Rolle spielt Stress und kann man dahingehend den Prozess in der Hand stoppen? Durch sportliche Überanstrengung hatte ich bereits 2x einen rheumatischen Rückfall..

Mir geht regelmäßig Lebensqualität verloren, weil mir oft übel nach MTX ist oder ich starke Kopfschmerzen habe, zusätzlich zu dem ständigen Auf und Ab im Allgemein- und Energiezustand. Ich weiß, dass das verhältnismäßig kleine Beschwerden sind, dennoch bin ich doch noch relativ jung und will mein Leben aktiv genießen. Ich habe Sorge, dass das durch eine zusätzliche weitere Therapie schlimmer wird.

Ich würde mich über Ihren Rat freuen, vielen Dank!

Viele Grüße, Katharina




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