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Umgang der Rentenversicherung mit Fibromyalgie-Patienten
Reihenfolge 

Verfasst am: 26.04.2012, 17:58
Dabei seit: 08.12.2011
Beiträge: 14

Hallo,
ich weiß nicht was bisher erreicht wurde. Dein Beitrag ist vom Oktober.Der Rententräger entscheidet am Ehesten über eine Erwerbsminderungsrente, wenn Du in der Reha warst. Dort wird beurteilt wie belastbar Du noch für das Arbeitsleben bist. So einfach einen Rentenantrag stellen, hat kaum Aussichten. Das Gutachten von der Rehaklinik dagegen hat Aussagekraft für den Rententräger. Dann wird er entscheiden Umschulung oder Erwerbsminderungsrente. Wobei immer die Teilhabe am Arbeitsleben vorgeht. Ich bin jetzt selbst aus der Reha gekommen.Aus der Zweiten mittlerweile.MDK hatte mich erheblich erwerbsgemindert eingestuft. Bin krank entlassen.Aber sollte auch laut Reha einen LTA Antrag (Umschulung)stellen.Und ich habe nebst Fibro noch Makuladegeneration. Auch für den Antrag beim Versorgungsamt liegen alle Befunde vor, nebst Rehaentlassungsberichte. Nun warte ich auf Antwort meiner Anträge.Kann Dir nur raten mit Deinem Hausarzt zu sprechen, Rehaantrag ausfüllen. "nur Fibro" wird aber nicht reichen! Bist Du überhaupt noch berufstätig? Kann ich nicht Deiner Schilderung entnehmen.
LG
Stine


Verfasst am: 26.04.2012, 17:58
Dabei seit: 01.10.2011
Beiträge: 1

Seit Dezember 2010 steht nach über einem Jahr Dauerschmerz endlich fest, ich bin an Fibromyalgie erkrankt. Diese Diagnose kommt nicht etwa von einem Hausarzt, sondern von der renoumierten Rheumaklinik in Berlin, dem Immanuel Krankenhaus in Berlin Wannsee. Diese legten mir direkt nahe, einen Antrag auf Anerkennung einer Schwerbeschädigung sowie einen auf Erwerbsminderungsrent zu stellen. Dies hat dann auch mein Hausarzt mit mir gemacht. Dabei habe ich sämtliche Ärzte der Schweigepflicht entbunden. 8 Wochen nach Antragsstellung erhielt ich erst Mitteilung des Versorgungsamtes über den Eingang des Antrages wegen Schwerbeschädigung mit dem Hinweis, es könne bis zur abschließenden Bearbeitung etwas dauern. Meine Anträge aus dem April 2011, die erste Reaktion Juli 2011. Dann ein Schreiben der Rentenversicherung im August 2011, Antrag eingegangen, kann aber nur bearbeitet werden, wenn ich persönlich einen abschließenden Untersuchungsbefund bei dem Rheumatologen ausfüllen lasse, der nach der Diagnose seine Behandlung eingestellt hat. Wir haben heute den 1. Oktober 2011, der Rheumatologe hat den Bericht immer noch nicht erstellt. Nun habe ich eine Aufforderung erhalten, mich bei einem Orthopäden amtsärztlich untersuchen zu lassen.
Fibromyalgie-Patient soll eine amtsärztliche Untersuchung beim Orthopäden erhalten. Entweder sind die Mitarbeiter der Rentenversicherung so uninformiert und uninteressiert oder einfach nur unfähig. Der fehlende Botenstoff, der die Krankheit verursacht ist im Gehirn, nicht in den Gelenken, die bei mir von den Schmerzen befallen sind. Noch dazu liegt die von mir zu besuchende Praxis weit ab von Verkehrsmitteln. Ich bin durch die permanenten Schmerzen in allen Gelenken stark Bewegungseingeschränkt und soll nun zu einem Arzt mit weitem Anlaufweg. Das ist auf jeden Fall eine Schikane der Rentenversicherung, die um meine Leiden weiss. Und ich kann die Wahrnehmung des Termins nicht ablehnen, weil man meinen Antrag dann ablehnen würde. Wie in Deutschland heute mit kranken Menschen schon allein von den staatlichen Organen umgegangen wird, ist für mich einfach unfassbar.


Verfasst am: 26.04.2012, 17:58
Dabei seit: 15.08.2006
Beiträge: 478

Hallo,

leider ist das was Du erlebt und beschreiben hast Alltag für viele Betroffene, egal wie die Diagnose lautet.

Aber Deine Schilderung ist etwas durcheinander:
Denn: Einen Antrag auf eine Schwerbehinderung stellt man nicht bei der Rentenversicherung, die ist dafür gar nicht zuständig, dafür ist das Sozialamt (ehemals Versorgungsamt) zuständig.
Die Rentenversicherung ist zuständig für alle Belange der Rente: EU- Rente, Altersrente, aber auch für Rehaantrage, Umstrukturierung eines Arbeitsplatzes oder Umschulungsanträge.
Kann es daran liegen, dass es nicht vorwärts geht?

Hinzu kommt dann noch ein ganz allgemeines Problem, dass Fibro- Patienten per se schlecht angebunden sind an eine ärztliche Versorgung: Keiner will sie haben! Der internistische Rheumatologe argumentiert: "Das ist kein entzündlich- rheumatisches Krankheitsbild", der Orthopäde: "Es betrifft nicht die Knochen und Gelenke" und der Neurologe fühlt sich letztlich damit auch überfordert damit. Traurig aber wahr. So "landen" viele Fibropatienten dann schließlich doch wieder bei ihrem Hausarzt, wo sie natürlich auch nicht optimal versorgt sind. Da es kaum erfolgversprechende Behandlungsansätze gibt für diese Erkrankung, ist die Versorgung solcher Patienten auch nicht angenehm für die Mediziner, und jeder drückt sich davor. So sieht es leider aus!
Das ist auch der Grund dafür, dass es den optimalen Gutachter für diese Patientengruppe gar nicht gibt!

Du kannst sehr wohl einen anderen Gutachter fordern, allerdings musst Du dafür einen trifftigen Grund angeben: Beispielsweise nicht der richtige Facharzt für die Erkrankung, oder absolut unmögliche Erreichbarkeit der Praxis (z.B. Rollstuhlfahrer, kein Aufzug vorhanden), es müssen allerdings schon trifftige Gründe sein.
Du hast außerdem die Möglichkeit ein Gegengutachten beim Gutachter Deiner Wahl anfertigen zu lassen, allerdings dann auf Deine eigenen Kosten.

Viel Erfolg und Grüße,

gamü




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